Mittwoch, 31. August 2011

Jetzt geht es aber endlich weiter in den Zion National Park.

Kurz vor Zion

Erwartungen habe ich eigentlich keine - als wir dann dort ankommen, haut mich der Park echt um ... auf den Bildern wirkt das nie so beeindruckend..... wow, wie die Berge da hoch in den Himmel ragen .... dass sich da überhaupt Pflanzen drauf halten können ... unglaublich!!!

Worauf wachsen blos die Pflanzen?

Nach der Fahrt durch den Park und die Tunnel parken wir am Visitor Center und nehmen den Shuttle bis zur Zion Lodge. Dort laufen wir zum Lower Emerald Pool .... es ist um die Mittagszeit und sehr heiß, allerdings weht auch ein sehr starker Wind, der angenehm kühlt, aber auch Sand in Augen und Mund bläst. Durch schattigen Wald wandern wir bis zum Pool. Dort oben ist der Wind genauso stark und das Wasser, das von oben hinunter kommt, wird weit in alle Richtungen geweht, so dass man laufend eine kleine nette Dusche bekommt - wie angenehm bei dieser Hitze!!!!

Wir gehen weiter zum Kayenta Trail. Er gefällt mir gut, wie er da durch den Sandstein am Hang entlang führt - der Sandstein erinnert mich sowieso an zu Hause - nur leider ist fast der gesamte Weg ohne Schatten - vielleicht also etwas für nicht ganz so heiße Tage. Der Trail endet schließlich an der Brücke über den Virgin River am Grotto Picknickplatz.

Zurück am Fluß

Wir haben Glück, das Shuttle steht direkt dort und wir können schnell wieder zurück zum Visitor Center und unserem Auto fahren. Ich wäre gerne noch bis ganz hinten in den Park gefahren, aber meinem Mann ist es einfach zu heiß und auch die Kids haben nach der Wanderung genug. Ich tröste mich damit, dass wir übermorgen ja nochmal einen Tag Zeit für den Park haben. Dann soll es über den River Walk ganz hinter gehen und auch ins Wasser.

Den Park verlassen wir wieder durch die Tunnel. Hier und da halten wir an, so dass ich noch ein paar Bilder machen kann.

Auf unserem Weg zum Hotel in Kanab machen wir noch einen Abstecher zu den Coral Pink Sand Dunes. Die Dünen sind toll und ich finde den Park mit den Pflanzen und Tieren auch sehr interessant. Allerdings ist es immer noch heiß und meine Schuhe werden durch den ganzen Sand schwerer und schwerer, so dass wir uns dort nicht ganz so lange aufhalten. Hauptsache Miss17 ist zufrieden, dass sie ihre Dünen gesehen hat.

Einer der wenigen Wüstenbewohner, den wir bei dieser Hitze zu Gesicht bekommen haben.

In Kanab checken wir dann im Sun 'n Sands Motel ein .... die zwei billigsten Übernachtungen unserer Reise .... 50 Dollar pro Nacht inklusive Tax für vier Personen mit Kühlschrank und Mikrowelle .... das Motel ist zwar abgewohnt und die Badezimmertüre klemmt, aber uns stört das nicht. Nach meinen drei Nächten Bryce Canyon Lodge muss ich mal ein bisschen sparen. WiFi ist dabei und so sind auch meine Mädels mit der Unterkunft zufrieden. Miss15 bemerkt sofort, dass das Motel besser ist als die Flagg Ranch und ich muss ihr Recht geben. Außerdem findet sie, wäre es so ein richtig typisches amerikanisches Motel. Den Lachkrampf, als ich versuche den Vorhang zuzuziehen und mir die Vorhangstange entgegen kommt und als ich das Badezimmerfenster nach oben aufschiebe und es eine Minute später mit lautem Getöse wieder runterkracht, gibt es kostenlos noch dazu .... ach ja ... das entsetzte Gesicht meines Mannes, als Miss15 den Deckenfan anmacht und er befürchtet, dass der gleich durch das Zimmer fliegt ..... ist auch unersetzlich. Wie gesagt - wir haben viel Spaß in diesem Motel und ... die Matratzen Betten sind nach Meinung aller Familienmitglieder die besten auf der ganzen Reise (wir hatten Zimmer Nr. 17 - zwei Queen Betten).

Donnerstag, 1. September 2011

Heute ist für meinen Mann und Miss17 ein Ausruhtag, denn nur Miss15 und ich haben etwas vor. Zusammen fahren wir heute schon recht früh zum Best Friends Animal Shelter (einer recht bekannten amerikanischen Tierschutzeinrichtung). Unser Besuch beginnt mit einer organisierten Rundfahrt, so dass wir über das ganze Gelände einen Überblick bekommen.

Bei der Rundfahrt treffen wir
im Katzenhaus CalMar auf zwei sehr freundliche Bewohner. Allerdings ist das Fotografieren nicht einfach, zum einen weil so viele Leute herumstehen und außerdem nehmen die Katzen sofort Tuchfühlung auf.

Nach einem leckeren Essen in der Kantine, geht es dann am Nachmittag zu den Katzen als Freiwillige.

Für die von euch, die Best Friends nicht kennen - das ist ein privates Tierheim, in dem die Tiere nicht eingeschläfert werden, so wie in vielen städtischen Tierheimen in USA. Die Organisation gibt es seit den 70ern und sie sind inzwischen so groß, dass sie sich landesweit dafür einsetzen können, dass die Tötungsheime abgeschafft werden und mehr no-kill shelter geschaffen werden. Ich finde diese Arbeit echt gut und unterstützungswürdig. Das Tierheim ist der Hammer - sie haben dort alles - vom Tierarzt über Physiotherapie bis Verhaltenstraining für Hunde. Die Leute überlegen sich echt, wie sie den Tieren helfen können, damit diese vermittelt werden können. Ein Teil davon ist eben auch dieses Freiwilligenprogramm, wo die Hauptaufgabe der Freiwilligen ist, sich mit den Tieren zu beschäftigen. Katzen, die viele verschiedene Menschen treffen und von diesen immer nur Gutes erfahren, gehen eher auf fremde Menschen zu und haben eher eine Chance vermittelt zu werden. Bei Hunden ist das natürlich das Gleiche. Wir waren im Kitty Motel zum Helfen. In diesem Bereich sind viele kranke Katzen, von neurologischen Problemen über FIV positive Katzen.

Es hat viel Spaß gemacht, sich mit den Katzen zu beschäftigen. Miss15 war besonders von einem Kater namens Sidney angetan. Er hat es geliebt sich von ihr streicheln zu lassen und hatte die Angewohnheit, wenn er weiter gestreichelt werden möchte und man das nicht tut, dies deutlich zu zeigen, indem er mit der Pfote nach einem haute - Miss15 meinte aber, er würde die Krallen dabei gar nicht benützen. Mir hat ein grauer (sah aus wie eine russisch Blau) Kater das Herz gebrochen. Er ist gleich zu mir hingelaufen, hat Köpfchen gegeben .... er war offensichtlich sehr am Kontakt mit Menschen interessiert - als ich das zweite Mal in dem Raum war, wo er lebt, hat er meine Ankunft um eine Minute verpasst, weil er schlief. Ein anderer Kater hat sich daraufhin auf meinen Schoß gesetzt .... und man konnte es dem Russisch Blau Kater deutlich ansehen, dass er das gar nicht gut fand. Die Helfer haben mir erzählt, dass er nicht gefressen hat, als er dort ankam. Ich hoffe echt, dass er bald ein neues zu Hause mit eigenen Menschen findet, weil er das wohl sehr vermisst.

Dieser Tag des Reiseberichts ist etwas durcheinander - weil ich nämlich jetzt zurück zum Anfang muss .... ich komme bei Best Friends zum Besucherzentrum und was ist eines der ersten Dinge, die meine freudig-überraschten Augen sehen!!!!

KOLIBRIS an zwei Futterstationen ... juchhu ... jetzt kann ich mal nach Lust und Laune Kolibris beobachten und ein paar Bilder machen. Was für faszinierende kleine Vögelchen. Miss15 fasst sich nur noch an den Kopf - denn laufend, wenn die Einführungen etc. losgehen, ist ihre Mutter nicht da, weil sie sich schon wieder nach draußen zu den Kolibris abgesetzt hat. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich gerne noch einen zweiten Tag da hochfahren wollen, um ihn komplett beim Kolibrigucken zu verbringen, um bessere Bilder zu kriegen und um einfach fasziniert zu sein von den vielen unterschiedlich gefärbten Tieren.

Das Tierheim liegt übrigens auf einem riesengroßen Gelände, auf dem natürlich auch Wildtiere leben .... die Leute bemühen sich darum, dass kein Tier in ihrem Bereich sterben muss - konsequenterweise gibt es in der Kantine auch kein Fleisch zu essen. Ich ärgere mich etwas, dass ich nicht mal angehalten habe und die vielen wilden Truthähne fotografiert habe, die sich auf dem Gelände aufhalten. Hat sich wohl rumgesprochen, dass es dort sicher ist.

Das ganze liegt übrigens im Angel Canyon mit Blick auf das Staircase Escalante ... echt malerisch schön. Und ich schäme mich, dass ich kein Bild gemacht habe.

Für mich und Miss15 war das ein perfekter Tag - natürlich haben wir aus dem Gift-Shop auch noch T-Shirts und andere Sachen mitgenommen, um so auch etwas Geld dort zu lassen.

Freitag, 2. September 2011

Eigentlich wollten wir ja nochmal in den Zion, weil ich doch unbedingt in die Narrows laufen wollte - aber der Widerstand bei den Kids ist einfach zu groß - ich habe keine Lust mir das Gemeutere und Geschimpfe über die nassen Beine anzuhören und mein Mann war ja von der Hitze im Zion auch so genervt ... nee .... ich hab die Kinder ein anderes Ziel aussuchen lassen und Miss17 wollte ja sowieso unbedingt zum Grand Canyon. Ein bisschen traurig bin ich schon, dass ich nicht wenigstens den Riverwalk gelaufen bin - hätte ich vor zwei Tagen gewusst, das ich nicht mehr zurückkomme, wäre ich länger geblieben. Als ich jetzt aber aus dem Motel trete auf den Parkplatz sind all diese Gedanken wie weggewischt, denn ich werde vom Leuchten der Felsen über Kanab fast umgehauen. WOW .... so stelle ich mir im Morgenrot leuchtende Felsen vor.

Felsleuchten über dem Parkplatz

Nach einem Orangensaft und einer heißen Schokolade (hatte ich eigentlich erwähnt, dass es in unserem 50 Dollar Motel auch noch ein Stehfrühstück an der Rezeption gibt?), machen wir uns auf den Weg.

Zuerst besuchen wir das Visitor Center und den Gift Shop, dann fahren wir in Richtung Point Royal, halten am Cape Final Parkplatz und wandern die 2 Meilen zum Aussichtspunkt. Viele der Bäume hier sind teilweise ganz schwarz - ob sie bei einem Brand angesengt wurden?

Plötzlich ruft Miss17 ... Specht Specht und zeigt auf den Baum vor ihr (inzwischen ist meine Familie schon richtig gut auf die Vogelsuche trainiert!!). Tatsächlich macht sich da ein Specht zu schaffen, er ist so mit der Nahrungsbeschaffung beschäftigt, dass er sich von unserer Knipserei nicht stören lässt und wir ihn einen Weile beobachten können, wie er emsig den Baum auf und abläuft und nach Würmern etc. sucht und an seiner Wohnung zimmert.


Weiter gehts zu den Aussichtspunkten ... oh man .... oh ja .... der Grand Canyon ist groß und weit und es geht seeeeehr tief runter - genauso hatte ich ihn in Erinnerung.

Vielleicht doch lieber mit etwas Abstand zum Rand knipsen ...

Bäume am Abgrund

Nach Cape Final fahren wir noch Wallhalla und Cape Royal ab ... dort gehen wir aber nur bis zu Angel's Window.

Als wir zum Parkplatz zurückkommen, entdeckt mein Mann an einer Pinie eine riesengroße Libelle. Wow .. irgendwie ist hier oben alles größer als im Rest der Welt, wir sehen noch eine Monsterhornisse und einen riesengroßen Schmetterling.

Dann fahren wir nochmal zum Visitor's Center, um von dort den Bright Angel Point zu belaufen .... eine echte Herausforderung für Menschen mit Höhenangst, aber auch sehr beeindruckend.

Mein Mann meint übrigens mir genau in dem Moment, als ich mich ganz hinten auf dem Aussichtspunkt befinde, erzählen zu müssen, dass ein Stück von dem Felsen vor einer Weile abgebrochen ist .... Vielen Dank für den netten Hinweis, über den ich mich in dem Moment natürlich unbändig freue. Und dann ist da noch die nette junge Frau, die wie eine Briefmarke am Felsen klebt und mit mir über ihre Höhenangst redet .... hüstel .... ich breche die Gespräche dann mal ab - sonst krieg ich auch noch ne Panikattacke und komme nicht mehr zurück. Nur gut, dass ich durch den Bryce schon etwas abgehärtet bin.

Zu mehr reicht uns die Zeit dann leider nicht mehr, wir müssen heute noch bis zum Rodeway Inn in Hurricane fahren. Kurz vor der Stadt halten wir kurz an, weil die Sonne die Berge so wunderschön beleuchtet.

Vielleicht schaffe ich es ja, irgendwann mal ohne Kinder zurückzukommen mit ganz viel Zeit, um Bilder machen zu können, wenn das Licht am Besten ist.